Zivile Seenotrettung

„Mehr als 20.000 Migranten und Flüchtlinge sind laut UN-Angaben seit 2014 bei der Überquerung des Mittelmeeres nach Europa gestorben. Von rund zwei Dritteln der betroffenen Kinder, Frauen und Männer fehle jegliche Spur, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) mit.“

Im Jahr 2019 fiel daher auf dem Evangelischen Kirchentag der Entschluss, sich als Kirche aktiv in der zivilen Seenotrettung zu engagieren und selbst ein Schiff ins Mittelmeer zu schicken. Diese Entscheidung war nötig aufgrund fehlender staatlicher und europäischer Seenotrettung auf dem Mittelmehr und der zunehmenden Behinderung ziviler Seenotrettung durch europäische Staaten. Unter dem Slogan der Pastorin Sandra Bils „Man lässt keine Menschen ertrinken. Punkt.“ schließen sich seitdem Kirchengemeinden, Landeskirchen, Vereine und Unternehmen zusammen, um nicht nur öffentlich Stellung für eine menschenwürdige Migrations- und Asylpolitik zu beziehen, sondern auch ganz praktisch in Form eines Schiffes, Menschen vor dem Ertrinken zu retten. So finanzierte das Bündnis United4Rescue über den Trägerverein Gemeinsam Retten e.V. den Kauf der Sea Watch 4 und beteiligt sich am Erwerb eines neuen Schiffs des Vereins Sea-Eye.

Der Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein und die Flüchtlingsbeauftragten der Nordkirche schlossen sich 2020 dem Bündnis an.

Doch Flüchtende sterben nicht nur bei der Überquerung des Mittelmeers. Immer mehr Menschen versuchen über den Atlantik, die kanarischen Inseln zu erreichen und zahllose Menschen sterben oder sind gravierenden Menschenrechtsverletzungen bei der Durchquerung der Sahara ausgesetzt. Ihre Schicksale bleiben oft ungehört und unsichtbar wie UNHCR  berichtet.

Der einzige Weg dieses Sterben zu beenden, ist durch die Schaffung ausreichender legaler Zugangswege nach Europa und nicht durch eine zunehmende Abschottung Europas!


Weitere Infos zum Thema zivile Seenotrettung

Eine ausführliche Chronik des Jahres 2020 über die zivile Seenotrettung im Mittelmeer liefert ein Projekt der Süddeutschen Zeitung.

Auf Kirche-hamburg finden Sie einen Artikel über die Hintergründe der Festsetzung der Sea-Watch 4. Update: Die Entscheidung wurde auf den 23.02. verschoben, da das EuGH-Urteil abgewartet werden soll.

Foto: Ruben Neugebauer / Sea-Watch.org