Kirchenasyl

Kirchenasyl ist eine Möglichkeit von Kirchengemeinden sich schützend zwischen Behörde und Geflüchtete zu stellen, wenn durch eine Abschiebung unmenschliche Härte oder Gefahr für Leib und Leben drohen. Durch eine zeitlich befristete Aufnahme wird die staatliche Entscheidung in Frage gestellt und neu geprüft.

Die Beratung im Vorfeld sollte unter Einbeziehung von Rechtsbeistand und Beratungsstellen statt finden, denn Kirchenasyl ist immer eine Einzelfallentscheidung und dient als Ultima Ratio, wenn alle rechtlichen Wege ausgeschöpft sind. Der offizielle Kirchenasylbeschluss wird über die Flüchtlingsbeauftragte der Nordkirche Dietlind Jochims an die zuständigen Behörden weitergeleitet.

„So machen Kirchengemeinden möglich, was von staatlicher Seite verwehrt wird: dass ein Härtefall noch einmal geprüft wird, die Fluchtgründe beurteilt werden, Familien zusammen bleiben können, medizinische Versorgung geleistet werden kann, Menschen zur Ruhe kommen und eine Perspektive finden können“ (Constanze Funck, Diakonin).

Auf der Website der Ökumenischen Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche e.V. finden Sie aktuelle Informationen, Statistiken und weitere Puplikationen.


Neuigkeiten in der Handhabung von Kirchenasyl

„BAMF hebt Sanktionen gegen Kirchenasyl auf“

Nachdem das Bundesverwaltungsgericht im Juni 2020 bereits bekräftigt hatte, dass die Verlängerung der Dublinfristen von 6 auf 18 Monate für Menschen im offenen Kirchenasyl rechtswidrig sei, hat nun auch das BAMF am 13.01.2021 bestätigt, von der Praxis der Verlängerung der Dublinfristen Abstand zu nehmen.

Dies bezieht sich auch auf Kirchenasyle aus dem Jahr 2020.

Mehr über die Hintergründe kann der Pressemitteilung der Ökumenischen Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Asyl in der Kirche entnommen werden.