Ökumene

„Die Ökumene lebt davon, dass wir Gottes Wort gemeinsam hören
und den Heiligen Geist in uns und durch uns wirken lassen.“

Charta Oecumenica, Leitlinie 5

 

Als Regionale Ökumenische Arbeitsstelle greifen wir die Themen der weltweiten Ökumene auf und wissen uns in ökumenischer Verbundeneit mit der Gemeinschaft der lutherischen Kirchen in aller Welt, in einem weiteren Sinne auch mit allen Christinnen und Christen, gleich welcher Herkunft, in ihrem Streben nach Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung.

Das griechische Wort „oikumene“ bezeichnet in seiner ursprünglichen Bedeutung die „ganze bewohnte Welt“. Im neutestamentlichen Sinne ist damit der gesamte „Erdkreis“ gemeint. Die frühe christliche Kirche verstand darunter die Gesamheit aller Christinnen und Christen. Nach Jahrhunderten von Kirchenspaltungen und gegenseitigen Lehrverurteilungen begründete die Ökumenische Bewegung seit der Mitte des letzten Jahrunderts die Suche nach Gemeinsamkeiten und einer (wie auch immer zu gestaltenden) sichtbaren Einheit der christlichen Kirchen. Zu diesem Zwecke wird der ökumenische Dialog als Mittel gesehen, Gemeinsamkeiten in kirchlicher Lehre und Praxis zu beschreiben, Unterschiede als geschichtich und kulturell gewachsen zu verstehen und Trennendes zu überwinden. Die Rede ist von „versöhnter Verschiedenheit“. Dabei ist die Einheit aller Getauften im Grunde schon von Gott vorgegeben. „Ökumene macht man nicht, man entdeckt sie“, so Karl Barth.

In einem weiteren Sinne verfolgt die „abrahamitische Ökumene“ (Hans Küng) als interreligiöse Dialogbewegung die Ausweitung der innerchristlichen Ökumene auf die drei abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum und Islam. Für das friedliche Zusammenleben in einer Stadt wie Hamburg erscheint uns der interreligiöse Dialog als unverzichtbar gerade in Zeiten von populistisch zugespitzten Ängsten vor „dem Islam“ oder „dem Fremden“ in unserer Gesellschaft.

Aus der Verbundenheit mit der gesamten Christenheit und allen Menschen dieser einen bewohnten Erde erwächst für uns das Bewusstsein, Bürger der einen und unteilbaren Schöpfung Gottes zu sein. Die globalen Herausforderungen wie Verarmung, Ungleichkeit, Ungerechtigkeit und Klimawandel sind nur gemeinsam in einer weltweiten Anstrengung lösbar. Die sich aus diesen Herausforderungen ergebenden Anfragen an unserer kirchliches Handeln sind Teil und Aufgabe der so genannten „Gerechtigkeitsökumene“.