Kirchenasyl

Kirchenasyl ist eine Möglichkeit von Kirchengemeinden sich schützend zwischen Behörde und Geflüchtete zu stellen, wenn durch eine Abschiebung unmenschliche Härte oder Gefahr für Leib und Leben drohen. Durch eine zeitlich befristete Aufnahme wird die staatliche Entscheidung in Frage gestellt und neu geprüft.

Die Beratung im Vorfeld sollte unter Einbeziehung von Rechtsbeistand und Beratungsstellen statt finden, denn Kirchenasyl ist immer eine Einzelfallentscheidung und dient als Ultima Ratio, wenn alle rechtlichen Wege ausgeschöpft sind. Der offizielle Kirchenasylbeschluss wird über die Flüchtlingsbeauftragte der Nordkirche Dietlind Jochims an die zuständigen Behörden weitergeleitet.

„So machen Kirchengemeinden möglich, was von staatlicher Seite verwehrt wird: dass ein Härtefall noch einmal geprüft wird, die Fluchtgründe beurteilt werden, Familien zusammen bleiben können, medizinische Versorgung geleistet werden kann, Menschen zur Ruhe kommen und eine Perspektive finden können“ (Constanze Funck, Diakonin).

 

Erstinformationen Kirchenasyl

Asyl in der Kirche in Bewegung
Geschichten und Perspektiven zum 20-jährigen Bestehen der
Ökumenischen Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche e.V.

„Die Chance auf ein Leben“
Geschichten aus dem Kirchenasyl


Bundesweite Kirchenasylkonferenz

Frankfurt am Main, 1. Juli 2017. Bei einem Treffen von Flüchtlingsinitiativen aus ganz Deutschland haben am Wochenende in Frankfurt am Main Vertreterinnen und Vertreter den zunehmenden Druck von Politik und Behörden auf das Kirchenasyl kritisiert. In einer Erklärung forderten sie die Verantwortlichen auf, „zu einer besonnenen, rechtsstaatlichen Ansprüchen genügenden und an den Menschenrechten orientierten Flüchtlingspolitik“ zurückzukehren. In Frankfurt hatten sich rund 250 Aktive aus evangelischen und katholischen Kirchengemeinden, Klöstern, Diakonie und Caritas zu einer bundesweiten Kirchenasylkonferenz getroffen. Eingeladen zu diesem Tag hatten die Ökumenische Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche (BAG), die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und die Diakonie Hessen.

Die vollständige Pressemitteilung finden Sie hier.